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50 Jahre Herzblut

50 Jahre Herzblut, Engagement und Tierliebe – der Heimattiergarten braucht wieder viele Hände

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Für Günther Bohr, den Gründer und langjährigen Leiter des Heimattiergartens, war die Idee eines Heimattiergartens weit mehr als ein Projekt – sie war seine Lebensaufgabe.

Von der ersten Idee über die Genehmigung, Planung und Gestaltung bis hin zum Erhalt des Tiergartens widmete er sich mit großem Engagement diesem besonderen Ort.

Als 1975 mit dem Aufbau begonnen wurde, packten eine ständige Feierabendbrigade und zahlreiche freiwillige Helfer tatkräftig mit an. Betriebe und Privatpersonen unterstützten den Heimattiergarten mit Baumaterial, Arbeitsstunden und finanziellen Mitteln. Der Rückhalt in der Bevölkerung war damals beeindruckend.

Denn allen war bewusst, welchen Wert eine solche Einrichtung für die Region besitzt: Sie dient dem Erhalt und der Präsentation heimischer Wildtierarten, der Umweltbildung und Naturerziehung, der Erholung und Freizeitgestaltung sowie der Förderung des Natur- und Artenschutzes.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Noch immer stehen viele Fürstenwalderinnen und Fürstenwalder hinter „ihrem“ Heimattiergarten – das zeigen die zahlreichen Gespräche mit dem Vorstand und den Mitarbeitenden.

Bildunterschrift: Die Feierabendbrigade des ersten Jahrzehnts: Die Tierfreunde Grasnick, Grabert (hinten), Hernes, Sabaschuß, Thieme, Röhr und Kuley. Foto: Archiv HTG/Lothar Schindler

Mit der politischen Wende veränderten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundlegend. Auch der Heimattiergarten geriet in finanzielle Schwierigkeiten. Um seinen Fortbestand zu sichern, gründete Günther Bohr 1991 einen Förderverein. 82 Bürgerinnen und Bürger traten damals bei und gaben ihm und den Beschäftigten die Kraft und Zuversicht, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Gleichzeitig entschied die Stadt, den Heimattiergarten in freie Trägerschaft zu übergeben. Heute ist der Heimattiergarten Fürstenwalde einer von nur drei Heimattiergärten in Deutschland, die von einem Förderverein getragen werden – eine Besonderheit, auf die Fürstenwalde stolz sein kann, die aber auch die finanziellen Schwierigkeiten mit sich bringt.

Mit der Wahl eines neuen Vorstandes im vergangenen Jahr begann ein neuer Abschnitt. Viele Besucher hatten den Zustand des Heimattiergartens kritisch gesehen. Inzwischen ist deutlich sichtbar, dass sich vieles verändert hat. Zahlreiche Maßnahmen konnten bereits umgesetzt werden. So entstanden ein neuer Eulen-Informationsstand mit einem kleinen Häuschen, neue Sitzgruppen laden zum Verweilen ein, zahlreiche Blumen und Pflanzen verschönern das Gelände, die Wasserspiele in den Volieren wurden wieder in Betrieb genommen und auch die Bienenanlage wurde neu belebt.

Doch es bleibt noch viel zu tun. Ein Konzept mit rund 50 Ideen zur weiteren Entwicklung des Heimattiergartens liegt bereits vor. Zu den nächsten großen Vorhaben gehören die Fertigstellung des Steinadlergeheges, der Bau eines neuen Bauernhofgeheges sowie die Erneuerung zahlreicher Tieranlagen und Wege. Diese Aufgaben lassen sich mit dem vorhandenen Personal allein nicht bewältigen – auch wenn viele Mitarbeitende bereits einen großen Teil ihrer Freizeit investieren, um den Heimattiergarten weiter voranzubringen.

Damit schließt sich der Kreis zur Geschichte des Heimattiergartens. Damals war es eine Feierabendbrigade, die den Aufbau entscheidend unterstützte. Genau an diese Idee möchten wir heute anknüpfen. Gesucht werden engagierte Menschen, die bereit sind, sich ehrenamtlich einzubringen – ganz gleich, ob handwerklich begabt, gärtnerisch interessiert oder einfach mit Freude daran, gemeinsam etwas Sinnvolles zu schaffen. Für die Verpflegung während der Einsätze ist selbstverständlich gesorgt, und auch Mitarbeitende des Heimattiergartens werden die neue Feierabendbrigade aktiv unterstützen.

Wie groß die Verbundenheit vieler Menschen mit dem Heimattiergarten ist, zeigte sich erst kürzlich auf bewegende Weise. Elektromeister Axel Keßlau, der den Heimattiergarten über viele Jahre unterstützt hat, ist verstorben. Ihm möchten wir an dieser Stelle posthum herzlich danken. Sein letzter Wunsch war, anstelle von Blumen zur Beerdigung um Spenden für den Heimattiergarten zu bitten. Die überwältigende Resonanz hat uns tief berührt und zeigt, wie sehr den Menschen der Erhalt dieser Einrichtung am Herzen liegt. Dafür sagen wir allen Spenderinnen und Spendern ein herzliches Dankeschön.

Wer die neue Feierabendbrigade unterstützen oder sich ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich unter 03361 / 45 41 direkt beim Heimattiergarten melden.

Aktuelle Informationen zu Veranstaltungen, Arbeitseinsätzen und Neuigkeiten finden Interessierte auf der Internetseite des Heimattiergartens sowie im WhatsApp-Kanal und auf Instagram.

Der Heimattiergarten wurde vor 50 Jahren von vielen Händen aufgebaut. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass er auch für die nächsten Generationen ein lebendiger Ort der Natur, Begegnung und Bildung bleibt.

Birgit Bauer

Öffnungszeiten Tierpark Fürstenwalde

April bis September

täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr

Einlass bis 17:00 Uhr

Oktober bis März

täglich von 9 Uhr bis 16 Uhr

Einlass bis 15:00 Uhr

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